Der Mieter. Wahnsinn und Wohnen

Der Mieter. Wahnsinn und Wohnen.
Eine szenische Installation nach Motiven von Roland Topor

Im boomenden Ballungsraum München ist Wohnraum seit langem ein knappes, hart umkämpftes Gut. Der Albtraum jedes Münchner Mieters: ein plötzlich notwendig werdender Wohnungswechsel. Denn oft bleibt die Monate lange Suche erfolglos. Wer sich luxussaniertes Wohneigentum nicht leisten kann oder sich nicht mit Wohnen auf der Baustelle, in Hamsterkäfig-ähnlichen Appartements oder weit entfernt vom Zentrum abfinden will, muss raus.
Bei einer exklusiven Wohnungsbesichtigung begegnen wir dem Mieter, betreten seine private Wohnung, die individuelle Schutzzone gegen das tägliche Chaos der Urbanität ist. Sie ist sein und wird unser Refugium vor der bedrängenden städtischen Außenwelt. Dass andere Menschen hier nicht vorhanden sind, dass sie unseren Lebensbereich nicht bedrohen, ist Illusion. An diesem Ort ist es unmöglich, Nachbarn auszuweichen oder komplett ungestört zu sein. Wir hören sie. Sie sehen uns. Begegnungen sind unvermeidlich und bleiben nicht ohne Konsequenz.
Das vermeintlich schützende Heim wird zum Ort des Unheimlichen. Und doch wollen wir dort einziehen!

Wohnungsbesichtigung am 16./17./18.04.2015

Regie/Konzept: Martin Kindervater, Multimedia Design/Konzept: Alexander Litschka
Ausstattung/Konzept: Anna Van Leen, Dramaturgie/Konzept: Antonia Tretter
Produktionsleitung: Veronika Wagner
Mit: Olaf Becker, Barbara Maria Messner, Alfred Kleinheinz
Gefördert vom Kulturreferat München, co-produziert vom PATHOS Theater

 

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Pressestimmen:

Sabine Leucht, Süddeutsche Zeitung, 17.4.2015:
Unheimlich.
Martin Kindervaters ‚Der Mieter. Wahnsinn und Wohnen.‘

… Die szenische Installation ‚Der Mieter‘ hat nicht nur etwas zu beklagen, sondern auch Polanskis gleichnamigen Film inhaliert und die ‚halbpassiven Protagonisten‘ erfunden. Zur Spontanparty aus dem Wohnzimmer geholt, dann wieder vor einem keifenden Überwachungsdrachen darin versteckt, sind wir mal Teil und mal Beobachter des Ganzen. Wir haben via Monitor Einblick in verschlossene Räume und sitzen neben der Seele, die eigentlich längst ‚in der Geschlossenen‘ ist.
(…)

Mit Ruhe, Sinn für unheimliche Details und prima Schauspielern (neben Kleinheinz Olaf Becker und Barbara Maria Messner) erzählt „Der Mieter“ diese Geschichte. Mit einigen sehr abrupten Übergängen, aber insgesamt beeindruckend.

Ganze Kritik in der SZ vom 18.4.2015

Mathias Hejny, Abendzeitung (Print), 18.4.2015
Wohnungsbesichtigung intim.
Martin Kindervater inszeniert Roland Topors „Der Mieter“ in Sendling.


„Martin Kindervater lässt den Grimm der Satire, den Grusel der düsteren, verwohnten Singlebude in der mit vielen liebevollen Details und hochsensibler Schauspielerei glänzenden Performance fast körperlich fühlen.

Alfred Kleinheinz vom Resi spielt in dieser packenden Inszenierung  des Pathos Theaters.“

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art vanderlay

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